An staatlichen Universitäten zählt das Familieneinkommen (ISEE): Bei einem ISEE bis 22.000 € zahlst du keine Studiengebühr, nur die regionale Abgabe und 16 € Stempelgebühr. Für manche Länder außerhalb der EU gibt es ermäßigte Pauschalen. Universitaly nennt 283 Universitäten und Einrichtungen und rund 9.000 Studiengänge. Hier erfährst du, wie die Bewerbung läuft, was ein Monat kostet (rund 700–1.100 €) und welche Stipendien es gibt.

Italien hat eines der größten Hochschulsysteme Europas. Das Regierungsportal Universitaly nennt 283 Universitäten und Einrichtungen und rund 9.000 Studiengänge. Zur Wahl stehen:
Hochschulen in Italien – Profile
Universitäten in Italien
Polytechnische Hochschulen in Italien
Italien folgt dem Bologna-System; die Leistungspunkte heißen CFU (sie entsprechen den ECTS):
Das Studienjahr beginnt meist im September oder Oktober. Prüfungen gibt es in mehreren Prüfungsphasen im Jahr, viele davon sind mündlich.
Italien – Bachelorstudiengänge
Italien – einstufige Studiengänge
Italien – Masterstudiengänge
Italien – Promotionsstudiengänge
Als EU-Bürgerin oder EU-Bürger bewirbst du dich direkt an der Universität deiner Wahl, meist über ihr Online-Portal – zu denselben Bedingungen wie italienische Studierende.
Mit einem ausländischen Schulabschluss brauchst du in der Regel:
Kommst du von außerhalb der EU und lebst im Ausland, bewirbst du dich an der Universität und stellst zusätzlich einen Antrag auf Vorab-Einschreibung (pre-enrolment) auf Universitaly. Sobald die Universität ihn bestätigt hat, kannst du bei der italienischen Botschaft oder dem Konsulat ein Studienvisum beantragen (siehe: Aufenthalt und Formalitäten). Für 2026/27 haben die italienischen Konsulate den 30. November 2026 als letzten Termin für Visumanträge für Bachelor und Master festgelegt – die Fristen der Universitäten liegen aber oft viel früher, also fang so bald wie möglich an. Hinweis: Die Frist 30. November und die Sprachanforderung B2 stammen von Konsulatsseiten (z. B. in Buenos Aires und Tunis). Andere Konsulate können eigene Anforderungen stellen – prüf das vor dem Antrag beim italienischen Konsulat, das für dein Land zuständig ist.
Viele Studiengänge haben eine begrenzte Zahl von Plätzen (numero programmato) und einen Aufnahmetest, und jede Universität setzt ihre eigenen Fristen – manchmal mehrere Monate vor Beginn des Studienjahres. Für einen Master prüft die Universität, ob dein Bachelorabschluss die Voraussetzungen des Studiengangs erfüllt.
Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin: Seit 2025/26 gibt es keinen klassischen Aufnahmetest mehr. Stattdessen gibt es ein „offenes Semester“ (semestre aperto, in den Medien oft „Filtersemester“ genannt). Du schreibst dich für das erste Semester ein, besuchst Lehrveranstaltungen in drei Fächern und legst darin Prüfungen ab. Aus den Ergebnissen entsteht eine landesweite Rangliste.
2026/27:
Für andere zulassungsbeschränkte Studiengänge organisieren die Universitäten die Tests selbst – Termine und Themen findest du in der Ausschreibung (bando) des jeweiligen Studiengangs.
Die meisten Studiengänge laufen auf Italienisch. Die Universitäten verlangen meist einen Nachweis deiner Italienischkenntnisse, das nötige Niveau steht in der Ausschreibung (bando). Nachweisen kannst du dein Italienisch mit einem Zertifikat wie CILS, CELI oder PLIDA – Kurse und Prüfungen bieten unter anderem die Italienischen Kulturinstitute (Istituti Italiani di Cultura) weltweit an.
Immer mehr Studiengänge laufen komplett auf Englisch, vor allem im Master. Dafür verlangt die Universität meist IELTS oder TOEFL. Englischsprachige Studiengänge findest du in der Datenbank von Universitaly. Brauchst du ein Visum, denk daran: Für 2026/27 verlangen die Konsulate mindestens Niveau B2 in der Unterrichtssprache.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen kein Visum – du reist mit Personalausweis oder Reisepass ein. Bleibst du länger als 3 Monate, meldest du deinen Wohnsitz beim Meldeamt der Gemeinde (anagrafe) an. Außerdem brauchst du eine italienische Steuernummer – den codice fiscale –, zum Beispiel für die Einschreibung, einen Mietvertrag oder einen Arbeitsvertrag.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR brauchen für die Einschreibung ein nationales Studienvisum (Typ D). Du beantragst es nach der Vorab-Einschreibung auf Universitaly bei der italienischen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Land (siehe: Zulassung). Du brauchst unter anderem einen gültigen Reisepass, die von deiner Universität bestätigte Zusammenfassung der Vorab-Einschreibung, dein Schulabschlusszeugnis mit dichiarazione di valore oder CIMEA-Bescheinigung, einen Nachweis über die Unterkunft, eine Krankenversicherung und einen Finanzierungsnachweis – für 2026/27 mindestens 10.179,85 € im Jahr (783,06 € im Monat). Innerhalb von 8 Werktagen nach der Ankunft musst du eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken (permesso di soggiorno per motivi di studio) beantragen; ausgestellt wird sie von der Polizeidirektion (Questura).
Krankenversicherung: Als EU-Bürgerin oder EU-Bürger nutzt du deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Studierende von außerhalb der EU brauchen eine in Italien gültige Krankenversicherung – eine private Police oder die freiwillige, kostenpflichtige Anmeldung beim italienischen Gesundheitsdienst (SSN).
An staatlichen Universitäten hängen die Gebühren vom Einkommen deiner Familie ab, gemessen mit dem Indikator ISEE. Laut Study in Europe zahlen Studierende an öffentlichen Universitäten meist 900–4.000 € im Jahr, an privaten 6.000–20.000 € oder mehr.
Seit 2021/22 gibt es eine No Tax Area: Liegt dein ISEE bei höchstens 22.000 €, zahlst du keine Studiengebühr (contributo onnicomprensivo). Zwischen 22.000 € und 30.000 € sinkt die Gebühr um 80–10 %. Viele Universitäten gehen weiter – 2026/27 erlässt zum Beispiel die Universität Bologna die Gebühren bis zu einem ISEE von 27.000 €, die Universität Mailand bis 30.000 € (für Studierende, die ihre Prüfungen rechtzeitig ablegen).
Alle zahlen allerdings die regionale Abgabe für das Recht auf Studium (tassa regionale) und eine Stempelgebühr von 16 €. In Bologna beträgt die erste Rate 2026/27 157,04 € (davon 140 € tassa regionale), in Mailand liegt die tassa regionale je nach ISEE bei 130–190 €.
Liegen Einkommen und Vermögen deiner Familie im Ausland, musst du sie – mit übersetzten und legalisierten Unterlagen – bis zu der Frist nachweisen, die deine Universität festlegt. Ohne diese Unterlagen zahlst du den vollen Satz. Das gilt für Studierende aus der EU und von außerhalb gleichermaßen. Manche Universitäten verlangen von Studierenden aus bestimmten Ländern außerhalb der EU, deren Familie nur im Ausland Einkommen hat, eine ermäßigte Pauschalgebühr – in Bologna 2026/27 zum Beispiel 1.000 € im Jahr für ein Bachelorstudium (plus die erste Rate von 157,04 €) für Staatsangehörige von Nicht-OECD-Ländern und 500 € für Staatsangehörige besonders armer Länder, ohne Einkommensnachweise.
Study in Europe schätzt, dass eine Studentin oder ein Student in Italien je nach Stadt rund 700–1.100 € im Monat ausgibt.
Diese Möglichkeiten hast du:
Einen DSU-Wohnheimplatz beantragst du zusammen mit deinem Stipendienantrag – achte auf die Fristen, sie enden oft schon im Sommer.
Italien hat ein umfangreiches Fördersystem – laut Universitaly wurden mehr als 238.000 Stipendien vergeben. Die wichtigsten Quellen:
Eine Stipendiendatenbank findest du auf Universitaly.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in Italien ohne Genehmigung arbeiten, auch während des Studiums.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR mit gültiger Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken dürfen bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, höchstens 1.040 Stunden im Jahr. In manchen Wochen – etwa in der vorlesungsfreien Zeit – darfst du mehr arbeiten, solange du im Jahreslimit bleibst. Willst du mehr arbeiten, musst du deine Aufenthaltserlaubnis in eine Arbeitserlaubnis umwandeln.
Viele Universitäten bieten bezahlte Teilzeitjobs auf dem Campus an (collaborazioni studentesche) – zum Beispiel in der Bibliothek oder der Verwaltung. Außerhalb der Uni findest du am leichtesten Jobs in Tourismus und Gastronomie, ohne Italienisch wird es aber schwer. Schau beim Career Service deiner Universität (job placement) vorbei.
Italien – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.